Undercrown Robusto Tasting


Undercrown ist aus dem Hause Drew Estate in Nicaragua. Jonathan Drew ist nach seinem Juraabschluss aus New York nach Nicaragua gezogen, um dort mit der Produktion von Zigarren zu beginnen. Seine Zigarren sind inzwischen enorm erfolgreich in den USA, wo seine Firma zudem den Import von Joya de Nicaragua übernommen hat.

Undercrown ist eine Marke mit eigener Geschichte. In der La Gran Fabrica Drew Estate rauchten die Arbeiter am liebsten die Liga Privada Zigarren. Diese sind wegen ihres Deckblatts jedoch nur sehr begrenzt verfügbar, weshalb Johnathan Drew die Roller dazu aufforderte, einen eigenen Blend zu entwickeln der ihren Bedarf nach Liga Privada stillen könnte, ohne die ohnehin viel zu wenigen Zigarren dieser Linie noch weiter zu reduzieren. Das Ergebnis dieser Bemühungen war Undercrown.

Die verkostete Undercrown ist eine Puro aus Nicaragua im Robusto-Format. Das ölig glänzende Deckblatt ist sehr gleichmäßig, die Adern sind nicht spürbar. Die dunkle Farbe glänzt geradezu und wirkt enorm einladend. Das verkostete Exemplar ist sehr gleichmäßig gerollt, der Drucktest spricht für eine sehr dichte Einlage. Auch das Käppchen ist sorgfältig angebracht und kann handwerklich voll überzeugen.

Nach diesem ersten schönen optischen Eindruck wird die Zigarre verkostet. Das Zugverhalten ist ansprechend mittelstark. Gerade wer die Zigarren ohne großen Widerstand nicht mag, seine Wagen aber auch nicht einbrechen sehen will, wäre von dem getesteten Exemplar angetan. Der Geschmack ist sehr würzig, wie man es von einer Zigarre aus Nicaragua erwarten darf. Ihr erdiges Aroma hat leichte Pfeffernoten, gewürzt mit einer sehr dezenten Süße die an Cola erinnert. Auf den Lippen und der Zungenspitze hinterlassen die ersten Züge einen öligen Eindruck. Der Rauch riecht in Richtung einer ausgeblasenen Wachskerze, was einen stimmigen und ansprechenden Eindruck hinterlässt. Vom ersten Eindruck her ist die Zigarre mindestens mittelstark, aber Anderes würde man von einer Nicaraguanerin auch nicht erwarten.

Nach etwa 15 Minuten setzt eine leichte Schärfe ein, die jedoch schön mit der Mischung aus Cola und Pfeffer harmoniert. Erstaunlicherweise verschwindet die Schärfe jedoch so schnell, wie sie gekommen ist nach nur fünf Minuten. Nach einer halben Stunde ist die Zigarre etwa zur Hälfte geraucht. Ihr Zugverhalten lässt durchweg keinen Grund zur Beanstandung. Der Abbrand ist leicht schräg, was jedoch auch auf ein nicht perfektes Abzünden zurückzuführen sein könnte. Selbst wenn nicht wäre er jedoch klar im Rahmen einer guten Verarbeitung, auch ohne wie mit dem Messer geschnitten zu sein. Für die gute Abstimmung der Einlage mit Umblatt und Deckblatt spricht das Fehlen eines Glutkegels, während die Karbonisationsnaht bei knapp einem Millimeter sehr dünn bleibt.
Geschmacklich überzeugt die Undercrown Robusto mit einem gleichbleibend harmonischen Geschmack, der neben Noten von Pfeffer und einer leichten, an Cola erinnernden, Süße inzwischen vor allem von einer ledrigen Würze dominiert ist. Als weitere Aromen klingen Kakao und Kaffe, sowie Zedernholz an. Die cremige Komposition kann bis dato voll überzeugen.
Auch die Asche bricht erst nach 30 Minuten erstmals ab, bis dato hatte sie sich auf eine Länge von sicher fast vier Zentimetern aufgebaut und war hellgrau.

Nach etwa 40 Minuten wird die Bauchbinde entfernt, da die Glut sich dieser nähert. Dabei fällt wieder einmal auf, dass Drew Estate selbst bei dem scheinbar unwichtigen Punkt der Bauchbinde auf jedes Detail achtet. Die Bauchbinde ist aus einem erstaunlich weichen Papier gemacht, dessen Druck sehr hochwertig erscheint. Bei der ersten Bauchbinde überhaupt fiel auf, dass auch die Innenseite bedruckt ist. Darüber hinaus ist das, bei bislang jeder Undercrown so erlebte, sorgfältig sanfte Verkleben der Bauchbinde ein Garant für das Vermeiden einer Beschädigung am Deckblatt beim Ablösen dieser.
Nach 45 Minuten tritt die Süße der Zigarre zunehmend deutlicher hervor und erinnert langsam aber sicher an Honig. Bei zu ungeduldigem Ziehen tritt zunehmend eine Schärfe auf, die fast jede kürzer werdende Zigarre kennzeichnet. Lässt man sich jedoch mehr Zeit, so verschwindet Diese schnell wieder.

Nach 60 Minuten ist die Zigarre auf eine Länge von 2 Zentimetern geschrumpft und damit an ihrem Ende angelangt. Geschmacklich und handwerklich konnte sie voll überzeugen. Zum Schluss nivellierte sich der Abbrand zu einem fast perfekten, kreisrunden Ring, dessen Karbonisationsnaht bei deutlich unter einem Millimeter liegt. Wer die typische Würze Nicaraguas liebt, sollte sich die Undercrown Robusto nach ihrer Einführung durch Schuster nicht entgehen lassen!

 

Das Fazit:

Die verkostete Zigarre schmeckt wirklich sehr gut, ihr fehlt jedoch eine Einzigartigkeit, die einehöhere Bewertung  rechtfertigen würde. Auch der nicht ganz gleichmäßige Abbrand führt “nur” zu sehr gut. Im Ganzen ist jedoch sicher, dass der Autor sich diese Marke noch sehr oft in seinen Humidor legen wird und sie jedem Leser empfehlen kann.

Entsprechend wird die Zigarre mit “Sehr Gut” bewertet! 

 

Wissenswertes:
Die Zigarren gibt es in den Formaten Belicoso, Corona Doble, Corona Viva, Gordito, Gran Toro und Robusto.

 

Grunddaten:

  • Verkostete Zigarre: Undercrown Robusto
  • Fabrik: La Gran Fabrica Drew Estate
  • Herkunftsland: Nicaragua
  • Deckblatt: San Andrés Negro
  • Umblatt: Connecticut River Valley Stalk Cut & Cured Sun Grown Habano
  • Einlage: Brazilian Mata Fina & Nicaraguan Habano
  • Länge: etwa 120mm
  • Ringmaß: vermutlich 50 bis 52
  • Vitola: Robusto
  • Einzelhandelspreis: Zum Zeitpunkt des Tests noch nicht im Handel erhältlich
  • Markteinführung Deutschland: Ende 2012
  • Zigarrenproduktion: Normale Serienfertigung
  • Verkostete Zigarren für diesen Bericht: 3
  • Bezugsquelle: Hersteller
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