León Jimenes Doble Maduro Ambassador Tasting

Vor zwei Jahren stellte die beliebte Marke León Jimenes die Doble Maduro-Linie vor. Dabei wird die in der Dominikanischen Republik gerollten Zigarre ein Corojo Maduro Deckblatt verwendet. Die Puppe besteht aus einer Einlage aus Peru, Brasilien, Nicaragua und der Dominikanischen Republik, das Umblatt ist aus Brasilien, wo es aus einer Sumatra-Aussaat gewonnen wird.
Als die Zigarren im Herbst 2011 auf den Markt gebracht wurden, bekam ich den Eindruck, dies sei vorschnell gewesen. Die verkosteten Exemplare waren voller Bitterstoffe, die einen Genuss kaum erlaubten. Auch der Abbrand erwies sich als unzureichend. Das getestete Exemplar stammt aus dieser Charge, so dass es inzwischen weitere eineinhalb Jahre ruhen konnte.

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Die getestete León Jimenes Doble Maduro Ambassador hat ein ölig glänzendes Deckblatt, dessen Lichtspiegelung mit der auf der Rot-goldenen Bauchbinde wetteifert. Farblich ist das Deckblatt recht gleichmäßig, am Kopf der Zigarre sind jedoch größere schwarze Flecken, die sich auch über die gut angebrachte Kappe hinziehen. Der Drucktest verspricht eine gleichmäßige Rollung. Der Kaltgeruch erinnert am Fuß der Zigarre an Heu, der Kaltzug schmeckt nach Kräutern und Rosinen.

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Angezündet beginnen Lippen und Zungenspitze vor Schärfe zu brennen, was sich glücklicherweise binnen etwa drei Minuten gibt. Geschmacklich ist die Zigarre sehr ledrig. Die Aromen enthalten Spuren von Minze und Zitrusfrüchten. Dazu kommen Zeder und schwarzer Pfeffer.

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Nach 40 Minuten ist die Zigarre grob zur Hälfte geraucht. Genau kann man es nicht sagen, da sie einen sensationellen Schrägbrand zeigt. Der Abstand zwischen der maximalen und minimalen Deckblattlänger überschreitet deutlich die 3cm. Tatsächlich hat das Deckblatt an der längsten Stelle kaum überhaupt etwas an Länge verloren, seitdem die Zigarre angezündet wurde. Auch nach einem Abbrennen des langen Stücks zeigt die Zigarre, dass es sich nicht um einen Fehler beim Anzünden gehandelt hat, beginnt der schräge Abbrand doch umgehend erneut. Geschmacklich dominiert Leder mit leichten Zitrusfrüchten. Eine geringe Süße erinnert an Rosinen, vor allem aber beibt sie würzig und bitter. Viel Pfeffer lässt die Zungenspitze in einem Maße brennen, welches geradezu unangehm ist.

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Nach 50 Minuten wird der Test abgebrochen. Inzwischen sind kaum drei Züge an der Zigarre möglich, ohne dass sie ausgeht. Nach fünfmaligem erneuten Anzünden scheint die Zigarre sich beharrlich zu weigern, noch einmal normal zu brennen.

 

Das Fazit:

Wer den oben stehenden Text gelesen hat weiß, wie das Urteil ausfallen muss. Die verkostete León Jimenes Doble Maduro Ambassador war schlicht nicht rauchbar. Einzelne gute Elemente im Geschmack können die omnipräsente Schärfe genauso wenig auswetzen, wie sie den völlig ungenügenden Abbrand entschuldigen können. Auf einer Seite scheint sich die Zigarre schlicht zu weigern abbrennen zu wollen. Ein generelles Problem mit dem Durchzug ist es allerdings nicht, war das Zugverhalten doch durchweg gut. Wenn man jedoch eine nur auf einer Seite abbrennende Zigarre hat, bei der noch dazu permanent nachgefeuert werden muss, so kann das Urteil nur “nicht empfehlenswert” lauten!

 

Grunddaten:

  • Verkostete Zigarre: León Jimenes Double Maduro Ambassador
  • Herkunftsland: Dominikanische Republik
  • Deckblatt: Corojo Maduro
  • Umblatt: Sumatra Brasilien
  • Einlage: Peru, Brasilien, Nicaragua, Dominikanische Republik
  • Länge: 11,0cm
  • Ringmaß: 18mm
  • Vitola: Figurado
  • Einzelhandelspreis: 5,90
  • Markteinführung Deutschland: erfolgt
  • Zigarrenproduktion: normale Produktion
  • Verkostete Zigarren für diesen Bericht: 1
  • Bezugsquelle: Einzelhandel
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