Cohiba Siglo II Tasting

Cohiba dürfte die wohl bekannteste Marke für Premiumzigarren der Welt sein. Unzählige Promonente rauchen sie, in zahllosen Filmen sind diese Zigarren verewigt. Zunächst nur ein Privatblend, fielen die Zigarren der Legende nach Fidel Castro auf. Er ließ sie daraufhin für sich und seine Entourage rollen und verschenkte immer wieder welche davon an Diplomaten und befreundete Staatsoberhäupter.
Die Siglo-Linie von Cohiba soll die Jahrhunderte wiederspiegeln, die seit der Entdeckung Amerikas vergangen sind. Entsprechend gibt es nur sechs verschiedene Formate der Linie, und in den nächsten 87 Jahren sollte kein weiteres dazu kommen.

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Die verkostete Cohiba Siglo II hat ein sehr schönes, gleichmäßiges Deckblatt. Die Adern sind zu spüren, aber nicht zu viel. Der Drucktest zeugt von einer gleichmäßigen Rollung, die auch perfekt gerade ist. Auffallen tut allerdings, dass die Kappe in einer deutlich dunkleren Farbe als das Deckblatt selbst gehalten ist. Das Bouquet am Zigarrenfuß ist leicht fruchtig und würzig, aber ohne großen eigenen Charakter. Der Kaltzug ist würzig und erdig. Sein Abgang trägt einen Hauch Zedernholz und etwas Ahornsirup.

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Angezündet zeigt die Zigarre ledrige Noten. Leicht süßliche Aromen mit etwas Pfeffer und Gewürzen erinnern an einen Pfefferkuchen oder Lebkuchen. Auf der Unterseite der Zunge zeigt sich ein leicht holziger Eindruck, der aber nicht negativ ist. Der Abgang zeigt Nuancen von Nüssen, die aber sehr verhalten sind. Im Ganzen macht die Zigarre einen cremigen, abgerundeten, Eindruck.

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Nach 30 Minuten ist die verkostete Zigarre zur Hälfte geraucht. Der Geschmack bleibt ledrig-cremig, mit einer Honig-Süße und Nuancen von Pfeffer. Gerade im Abgang zeigt sich zudem eine gewisse rauchige Nussigkeit auf der Unterseite der Zunge.

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Nach rund einer Stunde kommt die Zigarre zu ihrem Ende. Sie gewinnt im Finale wieder etwas an Schärfe, bleibt jedoch voll ihm Rahmen. Geschmacklich bleibt sie ansonsten relativ konstant, lediglich das Nussige ist praktisch nicht mehr zu schmecken. Allerdings platzt das Deckblatt auf und die Zigarre zerlegt sich punktgenau zum Ende in ihre Einzelteile. Da die Bauchbinde an der Zigarre gelassen wurde, bleibt dies folgenlos. Zusammen mit einem kurzen Erlöschen der Glut und einem Schrägbrand spricht es doch für Mängel in der Verarbeitung.

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Das Fazit:

Ohne Zweifel hat Cohiba seinen Ruf nicht nur wegen des “Snob-Effekts”, also dem Phänomen, dass bei einem steigenden Preis zunächst die Nachfrage sinkt, sie aber bei Erreichen einer bestimmten Preishöhe schlagartig wieder ein Stück weit ansteigt – weil Menschen zeigen wollen, dass sie sich das teure Produkt leisten können, und weil teuer auch mit gut verbunden wird.
Nein, Cohiba schmeckt auch wirklich gut. Die verkostete Cohiba Siglo II erweist sich als geschmackvoll abgerundete Zigarre, deren Genuss eine Freude ist. Getrübt wird es allerdings durch den unerklärlichen Verarbeitungsfehler bei der Kappe, denn eigentlich dürfte ein solcher Farbunterschied nicht sein. Auch der schräge Abbrand und das Ausgehen missfallen, genau wie die Ablösung des Deckblatts. Der Geschmack ist jedoch wirklich schön, weshalb die Zigarre mit “gut” bewertet wird.

 

Grunddaten:

  • Verkostete Zigarre: Cohiba Siglo II
  • Herkunftsland: Kuba
  • Deckblatt: Kuba
  • Umblatt: Kuba
  • Einlage: Kuba
  • Länge: 12,9cm
  • Ringmaß: 16,7mm
  • Vitola: Marevas
  • Einzelhandelspreis: 12,20
  • Markteinführung Deutschland: erfolgt
  • Zigarrenproduktion: laufende Produktion
  • Verkostete Zigarren für diesen Bericht: 1
  • Bezugsquelle: Einzelhandel
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