Chess Extreme Torpedo I Corojo Tasting

Chess Cigars ist eine kleine Zigarrenmanufaktur aus der Dominikanischen Republik, die durch den Norweger Håkon Aanonsen geleitet wird. Die Zigarren sind in Deutschland bis dato nicht erhältlich.

 

Die verkostete Chess Extreme Torpedo I Corjo ist eine kurze, gedungene Zigarre. Das qualitativ hochwertige Deckblatt wird bei diesem Format wohl zu 40 bis 50% von zwei Bauchbinden bedeckt und ist auch am Kopf der Figurado sorgfältig verklebt. Der Drucktest spricht für eine gleichmäßige und dichte Verarbeitung, auch ist die Zigarre schön geraden und gleichmäßigen Aussehens. Der Kaltgeschmack erinnert an Menthol oder Minze, was für eine nicht aromatisierte Zigarre eher selten ist.

Angezündet fällt das gute Zugverhalten auf. Der Widerstand ist im richtigen Rahmen. Der Geschmack auf der Zungenspitze trägt nun deutliche Züge von Minze, Aromen von vergorenen Früchten und Nelke runden das würzige Erlebnis ab.

Der Abbrand entwickelt sich sehr schnell einseitig und bekommt eine Schräge, die nach nur 10 Minuten zu einem Abstand der beiden Maxima von etwa einem Zentimeter führt. Zur Mitte der Zigarre nach etwa 30 Minuten hat er sich jedoch wieder selbständig schön nivelliert und ist fast ganz gerade geworden. Der Geschmack tendiert nun weiterhin in Richtung Minze, die Fruchtaromen gehen jetzt jedoch eher Richtung leicht saure Johannisbeere. Ledrige Noten runden das ganze zu einem nicht unanspruchsvollen, doch schmackhaften Erlebnis ab.

Nach fast einer Stunde nähert sich der Genuss dem Ende. Leider beginnt schließlich das Deckblatt sich zu lösen, dem Geschmack tut es jedoch keinen Abbruch. Die nur unwesentliche Schärfe ist sicherlich dem gemütlichen Rauchtempo zuzuschreiben, doch dank ihrer Zurückhaltung bleibt die Chess Extreme Torpedo I Corojo bis zum Schluss eine Freude. Die fruchtigen Aromen bleiben in Richtung Johannisbeere, auch die Minze ist konstant. Ganz leichte Anklänge von Zitrusfrüchten mit ledrigen Nuancen machen die Zigarre zu einem angenehmen und würzigen Smoke, der vermutlich irgendwann einmal unter fünf Euro zu haben sein dürfte.

 

Das Fazit:

Sobald Chess Cigars einen Importeur in Deutschland findet, sollten Aficionados durchaus einmal probierend zugreifen. Auch Norwegen-Urlauber sollten zugreifen, wird die Zigarre doch zumindest dort angeboten. Die rund komponierte Mischung ist ansprechend und geschmackvoll und ermöglicht einen vollmundigen Geschmack ohne dabei zu überfordern.

Leider konnte die Konstruktion des getesteten Exemplars nicht ganz überzeugen, weshalb die Zigarre mit “Recht Gut” bewertet wird.

 

Grunddaten:

  • Verkostete Zigarre: Chess Extreme Torpedo I Corojo
  • Fabrik: Chess Cigars Villa Gonzales
  • Herkunftsland: Dominikanische Republik
  • Deckblatt: Nicaragua Corjo
  • Umblatt: Dominikanische Republik
  • Einlage: Nicaragua Ligero 98, Ceco Corojo
  • Länge: 102mm
  • Ringmaß: 64
  • Vitola: Petit Corona
  • Einzelhandelspreis: Zum Testzeitpunkt nicht in Deutschland erhältlich
  • Markteinführung Deutschland: bislang nicht erfolgt
  • Zigarrenproduktion: Normale Serienfertigung
  • Verkostete Zigarren für diesen Bericht: 1
  • Bezugsquelle: Hersteller
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